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Montag, 30. September 2013, 11:35

Lemke ist offen für einen Investor

Aber keinen wie Kühne beim Hamburger SV

Bremen - Aufsichtsratschef Willi Lemke kann sich durchaus vorstellen, dass ein Investor bei Werder einsteigt und frische Millionen in die Vereinskassen spült. „Unsere Geschäftsführung wäre bestens darauf vorbereitet.

Wenn beispielsweise ein Sportartikelhersteller käme und 20 Prozent der Anteile kaufen wollte, wäre unsere Geschäftsführung sicher zu Gesprächen bereit“, sagte Lemke der „Bild am Sonntag“. Allerdings nur unter einer Bedingung: Der Geldgeber dürfte nicht in sportliche Belange reinreden – anders also, als es beim Nordrivalen Hamburger SV und Klaus-Michael Kühne der Fall ist. Lemke: „Die Einmischung ins operative Geschäft geht gar nicht. Das ist für die betroffenen Personen ein Albtraum, für Bremen und auch andere Clubs unvorstellbar. Da verzichten wir lieber auf das Geld.“

Eine Finanzspritze könnte Werder gleichwohl gut gebrauchen. Nach dem Mega-Minus 2012 (13,9 Millionen Euro) schreibt der Bundesligist auch in diesem Geschäftsjahr rote Zahlen, vermutlich zwischen sieben und acht Millionen Euro. „Wir sind wirtschaftlich gesund, müssen aber weiter versuchen, Kosten zu senken“, betonte Lemke.

Zugeknöpft gibt sich der 67-Jährige beim Thema DOSB. Lemke, als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und damit Nachfolger von Thomas Bach (jetzt IOC-Boss) im Gespräch, sagte dazu nur: „Es ist nicht meine Sache, mich in diese Diskussion einzumischen. Darüber entscheiden die Funktionäre.“ • mr

Bericht aus WESERKURIER vom 30.09.13

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Donnerstag, 28. November 2013, 16:33

SV Widerstand

28.11.2013. Bremens Fanszene und der Kampf gegen Rechts.

Wie kann sich eine Fanszene erfolgreich gegen Nazis wehren? Werder Bremen kennt diese Problematik. Inzwischen verfügt der Verein über ein funktionierendes Frühwarnsystem – und könnte damit ein Vorbild für andere Klubs sein.

Gegen ein Uhr in der Früh kamen die Nazis. Erst ein paar, dann immer mehr, am Ende waren es 20 kampferprobte Hooligans, die auf die Gäste im Bremer Ostkurvensaal einprügelten. »Racaille Verte«, eine Ultra-Gruppierung mit klar definierter anti-rassistischer Haltung, feierte im Bauch des Bremer Weserstadions an diesem 27. Januar 2007 ihr einjähriges Bestehen. Dann tauchten die Nazis auf, sie provozierten mit ihrer Kleidung und ihrem Auftreten und schlugen dann um sich. Ein Fan brach sich bei den Auseinandersetzungen die Nase, das Jochbein und eine Zehe, viele andere wurden ebenfalls verletzt. Viel schlimmer als die körperlichen Schäden war allerdings das Gefühl, dem Terror der braunen Gewalt nichts entgegensetzen zu können. Der Verein wirkte in den Tagen danach hilflos und überfordert. Der damalige Fanbeauftragte erklärte, auf ein mögliches Nazi-Problem angesprochen: »Der Ausdruck wäre überzogen.« Die Fanszene von Werder Bremen stand am Scheideweg.

Auflösung der »Eastside«

Auch bei Werder Bremen gab spätestens mit Beginn der nuller Jahre ...

Quelle: Gesamter Artikel 11FREUNDE vom 28.11.2013

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Freitag, 29. November 2013, 08:59

...sind schon eine echte "Vorzeigekurve"...

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Sonntag, 1. Dezember 2013, 11:54

:thumbsup: :thumbdown: :cursing: :evil:
...sind schon eine echte "Vorzeigekurve"...
Grün-Weiß ein Leben lang!!!

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Montag, 3. März 2014, 13:59

SV Werder berät über Maßnahmen nach Pyrotechnik-Vorfall

Die Geschäftsführung des SV Werder Bremen hat am Montag die Ereignisse in der Ostkurve des Weser-Stadion während des Bundesliga-Spiels gegen den Hamburger SV am vergangenen Samstag aufgearbeitet.



„Unser großer Dank gilt den Werder-Fans für ihre tolle Unterstützung und die beeindruckende Choreographie vor dem Anpfiff, die in der Bundesliga ihresgleichen sucht", betonte Werder-Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer. „Zugleich danken wir der Polizei für ihr hervorragendes strategisches Verhalten im und um das Weser-Stadion, das größere gewalttätige Ausschreitungen verhindert hat." Dass zu Beginn der zweiten Halbzeit im Mittelblock der Ostkurve in erheblichem Maß Pyrotechnik abgebrannt wurde, bezeichnete Fischer als „bitteren Wermutstropfen". Erstmals seit 15 Jahren hatten sogenannte Werder-Anhänger im Weser-Stadion gezündelt und somit „gegen getroffene Absprachen verstoßen", so Werders Geschäftsführer, zu dessen Verantwortungsbereich die Abteilung Fanbetreuung des SV Werder zählt. Zu den Absprachen gehört von Seiten des Clubs unter anderem, dass es vor der Fankurve keine hohen Absperrzäune gibt.

Diese Absprache könnte nun auf der Kippe stehen. Fischer kündigte an: „Wir werden in den kommenden Tagen in der Geschäftsführung gemeinsam mit den Sicherheitsorganen beraten, welche Maßnahmen wir ergreifen, um weiterhin die Sicherheit im Weser-Stadion gewährleisten zu können. Schließlich gefährdet Pyrotechnik Leib und Leben aller Stadionbesucher und kann daher nicht geduldet werden. Zusätzlich werden wir in Zusammenarbeit mit der Polizei auch Bildmaterial, das während des Spiels erstellt wurde, auswerten."

Das 100. Bundesliga-Nordderby zwischen dem SV Werder Bremen und dem Hamburger SV war von Schiedsrichter Florian Meyer aufgrund des Abbrennens der Pyrotechnik für mehrere Minuten unterbrochen worden. Der Referee ließ daraufhin am Ende der Begegnung insgesamt sechs Minuten nachspielen. „Gar nicht auszudenken, wenn in dieser Zeit noch der Ausgleichstreffer für den HSV gefallen wäre", so Fischer. „Aber auch wenn das glücklicherweise nicht passiert ist, haben die Personen, die für diese sinnlose Aktion verantwortlich sind, dem SV Werder und insbesondere seinen Fanbeauftragten einen ‚Bärendienst‘ erwiesen und massiv unser Vertrauen missbraucht."

Quelle: Artikel Werder.de vom 03.03.2014

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Dienstag, 4. März 2014, 11:11

Bilanz eines Fußballspiels

Bremen. Das Fußballspiel zwischen Werder Bremen und dem HSV am Sonnabend endete 1:0 und dauerte 90 Minuten. Präzise Zahlen und einfach zu ermitteln. Da hatten es Innenbehörde und Polizei mit ihrer Bilanz doch deutlich schwerer.

Auf „mehrere Hunderttausend Euro“ bezifferte gestern die Innenbehörde die Kosten für den Einsatz von fast 1100 Polizisten. Viel Geld, aus Sicht der Polizei aber unumgänglich. „Nur durch das hohe Personalaufgebot war die Polizei in der Lage, die Vielzahl der brenzligen und heiklen Auseinandersetzungen zu bewältigen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bis gestern Nachmittag benötigte die Polizei, um ihre Bilanz zusammenzustellen: Insgesamt wurden 34 Personen vorläufig festgenommen – 18 der über 5500 angereisten Hamburger und 16 Bremer. Die Delikte, die ihnen vorgeworfen werden, lauten unter anderem Landfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Bislang wurden 20 Strafverfahren eingeleitet, die Ermittlungen dauern noch an. Zwölf Polizeibeamte erlitten Prellungen und Verstauchungen.

„Turbulentes Einsatzgeschehen“

137 Bremer Fans, die zu einem großen Teil der Hooligan-Szene zuzurechnen sind, hatten sich in Gröpelingen ein Schiff gechartert. Dieses Schiff wurde von der Wasserschutzpolizei abgefangen und zur Schlachte dirigiert. Hier seien alle Personalien festgehalten worden, so die Polizei. Ein Transparent sowie Pyrotechnik seien sichergestellt, ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz festgehalten sowie ein Reizstoffsprühgerät einkassiert worden.

„Im turbulenten Einsatzgeschehen unterblieb die erforderliche Sicherstellung der Masken“, bestätigt die Polizei entsprechende Presseberichte. Und auch, dass sich ein Teil der Personen nach der Kontrolle auf den Weg in Richtung Innenstadt machen konnte. Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit hätten alle Kontrollierten wieder entlassen werden müssen. Ein Großteil sei allerdings sofort wieder mit dem Schiff zurück nach Gröpelingen gefahren.

Nach dem Spiel gingen etwa 450, größtenteils der Bremer Ultra-Szene zuzurechnende Personen, in Richtung Hamburger Straße. Trotz Begleitung von Polizeikräften traf ein Teil dieser Gruppe in Höhe einer Gaststätte auf rund 120 HSV-Anhänger, die sich zum überwiegenden Teil in dem Lokal befanden. Das Bedienungspersonal hatte sich bereits aus Angst eingeschlossen und den Schankraum nicht mehr unter Kontrolle. Es kam zu kurzen verbalen Provokationen, die in Flaschen- und Becherwürfen mündeten, weitere Auseinandersetzungen konnte die Polizei unterbinden.

Quelle: Artikel Weserkurier vom 04.03.2014

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Dienstag, 4. März 2014, 11:33

...
Höhere Zäune = Mehr Platz für Zaunfahen! Super Sache!

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Dienstag, 4. März 2014, 13:48

Mein Reden!
HERZ UND HÄNDE IN GRÜN-WEISSEN KETTEN!

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Dienstag, 4. März 2014, 13:50

Dann aber auch bitte bei den anderen drei Tribünen um Flitzern vorzubeugen!

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Mittwoch, 5. März 2014, 10:09

Werder will Pyro-Täter verklagen

Bremen. Der SV Werder will die zu erwartende Geldstrafe für das Zünden der bengalischen Feuer im Heimspiel gegen den Hamburger SV an die Verursacher weitergeben. Das sagte Werder-Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer am Dienstag im Gespräch mit dem WESER-KURIER.

„Wir werden entsprechende Maßnahmen ergreifen“, sagte Fischer. In einem ähnlichen Fall hatte der Klub im September 2011 schon einmal einen Fan identifiziert und regresspflichtig gemacht. Dieser hatte damals beim Pokalspiel in Heidenheim einen Feuerwerkskörper gezündet, Werder war anschließend zu einer Geldstrafe in Höhe von 4 000 Euro verurteilt worden.

So glimpflich wird der Verein dieses Mal nicht davonkommen. Erwartet wird eine Geldstrafe im fünfstelligen Euro-Bereich. Zur Identifizierung der Täter wertet der Klub seit gestern Fotos und Videomaterial der Polizei, der Stadionkameras und aus dem Internet aus. Das könne jedoch dauern, sagte Fischer, „denn wir brauchen eine konkrete Beweisführung, um den Täter zu verklagen“.

Was die Suche nach den Tätern besonders schwer macht: Sie waren vermummt. „Alleine deshalb können wir sie schon mit einem Stadionverbot belangen“, sagte Fischer, der morgen mit dem Fanbeirat über weitere Maßnahmen diskutieren wird. Eine Plexiglaswand vor der Ostkurve werde es aber definitiv nicht geben, betonte Fischer. Der Wiederaufbau der Gitterzäune ist hingegen nach wie vor ein Thema.

Das Fanprojekt Bremen distanzierte sich amNachmittag in einer Pressemitteilung ebenfalls von den Ereignissen am Wochenende. „Wir lehnen den Einsatz von Pyrotechnik ab und verurteilen diese Aktion“, hieß es in dem Schreiben. Und weiter: „Wir erwarten, dass solche Aktionen von der Fanszene kritisch hinterfragt werden und die Fanszene sich der möglichen Konsequenzen, wie die Zurücknahme von Privilegien und Kollektivverurteilungen, bewusst ist.“

Quelle: Artikel Weserkurier vom 05.03.14

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Mittwoch, 5. März 2014, 19:04

Die sind doch alle nicht ganz dicht.
HERZ UND HÄNDE IN GRÜN-WEISSEN KETTEN!

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Donnerstag, 6. März 2014, 12:38

Choreo-Verbot im Weserstadion

Bremen. Werder Bremen hat auf die Pyrotechnik-Vorfälle reagiert und in Abstimmung mit verschiedenen Fan-Gremien erste konkrete Maßnahmen beschlossen. Das teilte der Verein am Donnerstag mit.
Am Vorabend hatte die Geschäftsführung des SV Werder Bremen gemeinsam mit dem Fanbeirat über die Thematik disktuiert. Der Fanbeirat besteht aus Vertretern des Fan-Projekt Bremen e. V., des Dachverband Bremer Fan-Clubs e. V., der Fanbetreuung des SV Werder Bremen sowie Vertretern der Ultra-Gruppierungen und wird geleitet von Werder-Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer. Auch Mannschaftskapitän Clemens Fritz sowie die Geschäftsführer Klaus Filbry und Thomas Eichin waren bei der Diskussion dabei.

Folgende drei Maßnahmen sind dabei beschlossen worden:

1) Bis auf Weiteres sind Choreografien und Blockfahnen im Weserstadion verboten

2) Fan-Gruppen, denen das Abbrennen von Pyrotechnik eindeutig zugeordnet werden kann, haben kein Vorrecht mehr auf Tickets für Werder-Auswärtsspiele

3) Die von Ultra-Gruppierung gewünschte Auswärts-Dauerkarte für Werder-Fans wird nicht eingeführt


Diese beiden Maßnahmen drohen bei weiteren Vorfällen:

4) Werder denkt weiter über die Erhöhung der Sicherheitszäune im Bereich der Ostkurve nach. Weil man so wenig "unschuldige" Fans wie möglich mit den Maßnahmen treffen will, verzichtet der Verein nach den Derby-Vorfällen noch auf die Umsetzung. Bei einem weiteren Vorfall sei diese Maßnahme aber "unausweichlich", wie es in der Vereins-Mitteilung heißt

5) Werder droht zudem, das "Preisniveau der Tickets in der Ostkurve" anzuheben, um damit die drastischen Geldstrafen, die der DFB für den Einsatz von Pyrotechnik verhängt, aufzufangen. "Die Strafen haben mittlerweile eine Höhe erreicht, die es erforderlich macht, darüber nachzudenken", wird Geschäftsführer Fischer zitiert


Was die Identifizierung der "Pyro-Sünder" vom 100. Nordderby angeht, sieht der Sicherheitsbeauftragte Lars Mühlbradt die Ermittlungen "auf einem guten Weg". Werder Bremen will sich die drohende Geldstrafe von den Verursachern zurückholen. "Es geht um Summen, für die wir ohne Weiteres einen guten Nachwuchsspieler in unseren Kader aufnehmen könnten. Daher tut uns jede Strafe für solch unsinnige Aktionen besonders weh", sagt Werder-Sportchef Thomas Eichin.

Die Vertreter des Dachverband Bremer Fan-Clubs e. V. und des Fan-Projekt Bremen e. V. verurteilten ebenfalls einhellig den Vorfall und baten die Geschäftsführung des SV Werder Bremen, differenzierte Maßnahmen zu beschließen, um nicht zu viele unschuldige Fans damit zu treffen. "Leider gab es von den Vertretern der betroffenen Gruppierungen, die für den Vorfall verantwortlich sind, bisher weder eine Geste der Entschuldigung oder des Bedauerns, noch eine Stellungnahme", erklärt Klaus-Dieter Fischer in der Vereins-Mitteilung. (bb)

Quelle: Artikel Weserkurier vom 06.03.2014

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Dirk« (6. März 2014, 13:26)


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Donnerstag, 3. April 2014, 11:00

Werder-Vorbild FC Bayern

Bremen. Die Bundesliga-Klubs sind erfinderisch, wenn es darum geht, zusätzliche Geldquellen zu erschließen. Der FC Bayern München setzt auf strategische Partnerschaften, Hertha BSC hat sich gerade einen Finanzinvestor ins Haus geholt. Und bei Hannover 96 will eine Gruppe um Vereinspräsident Martin Kind bis 2018 den Klub zu 100 Prozent übernommen haben. Auch Werder denkt über eine Öffnung für Investoren nach. Eine Reise durch die Liga.

Klaus Filbry hatte am Mittwoch gut zu tun. Mehrere Medien fragten bei Werders Vorsitzenden der Geschäftsführung nach, was es denn mit den Investoren-Plänen auf sich habe, die Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer tags zuvor im Interview mit dieser Zeitung angedeutet hatte. Filbry bestätigt entsprechende Überlegungen und spricht von einer „mittelfristigen“ Angelegenheit. „Wir lassen uns nicht unter Zeitdruck setzen“, sagt Filbry.

Bei Werder bevorzugt man eine strategische Partnerschaft, die eher am FC Bayern München orientiert ist als am Anleihen-Modell des Hamburger SV oder am Finanzinvestor-Einstieg, wie es ihn bei Hertha BSC vor wenigen Wochen gegeben hat. An der grundsätzlichen Erkenntnis, etwas machen zu müssen, gibt es keinen Zweifel. „Der Wettbewerb wird immer härter“, sagt Filbry. Trotz der 50+1-Regel, die eigentlich verhindern soll, dass ein Investor die Mehrheit an einem Fußballverein hält, gibt es Ausnahmen wie Bayer Leverkusen, den VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim. In der Liga sprechen mehrere Manager von einem „Umgehungstatbestand“, weil bei den besagten Klubs die 50+1-Regel im Grunde ausgehebelt ist.


In Leverkusen und Wolfsburg erlaubt die DFL-Satzung das Engagement von Bayer und VW, weil beide Unternehmen den jeweiligen Klub seit über 20 Jahren „ununterbrochen und erheblich gefördert“ haben, wie es heißt. In Hoffenheim hält der Unternehmer Dietmar Hopp zwar nahezu das komplette Vereinskapital, sein Stimmrecht ist auf dem Papier aber auf 49 Prozent beschränkt.

Der Fall Hannover 96

Martin Kind ist eine eigenwillige Persönlichkeit. Der Unternehmer und Präsident von Hannover 96 hat einen eigenen Kopf, ein gutes Durchsetzungsvermögen und viele Ideen. Jahrelang kämpfte Kind gegen die 50+1-Regel, inzwischen hat er einen Teilerfolg erzielt. Demnach dürfen seit gut drei Jahren Investoren, Sponsoren oder Finanziers die Mehrheit besitzen, wenn sie länger als 20 Jahre ohne Unterbrechung einen Verein gefördert haben. Bis 2018 kann die „96-Firma“ (Sales & Services) auf diese Weise 100 Prozent an Hannover 96 übernehmen. Aktuell sind es schon fast 85 Prozent, wovon Kind selbst, der Drogerie-Krösus Dirk Roßmann und der frühere Textil-Unternehmer Detlev Müller („Cecil“, „Street One“) allein 73 Prozent halten.

Der Berliner Weg

Der Geschäftsbericht 2012/2013 führte bei Hertha BSC 36,8 Millionen Euro Verbindlichkeiten auf. Seit Februar ist die Hertha schuldenfrei. Da nämlich stieg der Finanzinvestor KKR in Berlin mit 61,2 Millionen Euro ein. „Diese Partnerschaft löst alle Fragen auf der wirtschaftlichen Seite auf einen Schlag“, frohlockte Herthas Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller kurz darauf in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.
Die Summe splittet sich in drei Blöcke auf: Für 18 Millionen kaufte KKR 9,7 Prozent Anteile an der Hertha BSC GmbH und Co. KGaA, also der Profiabteilung. Acht Millionen Euro soll die Hertha als Einmalzahlung für den Vertragsabschluss bekommen haben. Das dritte Paket, 35 Millionen Euro, stellt KKR dem Klub zur Verfügung. Je nach Entwicklung muss Hertha die Millionen zurückzahlen. Alternativ könnte KKR seine Anteile aber auch bis auf 33,3 Prozent aufstocken. Unterm Strich sollen Hertha pro Saison sieben bis acht Millionen Euro mehr zur Verfügung stehen. Die Liga und die Hertha-Fans beäugen den Deal kritisch. Von „Heuschrecke“ war schon die Rede. Tatsächlich ist es wahrscheinlich, dass KKR nach der Mindestlaufzeit von sieben Jahren – wie bei früheren Geschäften – seinen Anteil gewinnbringend weiterverkauft. Und dann? Hertha besitzt beim Weiterverkauf ein Veto-Recht beziehungsweise ein Vorkaufsrecht.

Das Bayern-Modell

Der FC Bayern München erlebt seit ein paar Monaten die beste Zeit in seiner Vereinsgeschichte (wenn man den Ärger um Uli Hoeneß mal kurz vergisst). Fußballerisch ist die Mannschaft unangefochten in Deutschland und vielleicht sogar in Europa. Wirtschaftlich und finanziell gibt es weltweit keinen gesünderen Klub. Mitte Februar demonstrierten die Bayern das einmal mehr eindrucksvoll. Damals kaufte der Versicherungsriese Allianz 8,33 Prozent an der FC Bayern AG. 110 Millionen Euro verdiente der Branchenführer damit. Zuvor waren schon Adidas (2002) und Audi (2010/2011) als sogenannte strategische Partner eingestiegen. Die Bayern verwenden einen Teil des Geldes, um alle Verbindlichkeiten für die Allianz-Arena zu tilgen. Das heißt, ihnen gehört das Stadion bald komplett, der FC Bayern ist schuldenfrei. Der andere Teil der Allianz-Millionen fließt in den geplanten Neubau des Jugend- und Nachwuchszentrums.

Der Plan beim HSV

Beim HSV gibt es in diesem Frühjahr zwei ganz wichtige Daten. Am 10. Mai endet die Bundesliga-Saison, spätestens dann weiß man in Hamburg, in welcher Liga man künftig spielt. Zwei Wochen später, am 25. Mai, entscheidet dann die HSV-Mitgliederversammlung über das Konzept „HSV Plus“, das de facto eine Strukturreform und eine Öffnung des Vereins für Investoren bedeuten würde. Setzt sich das Modell „HSV Plus“ durch, wird der Milliardär Klaus-Michael Kühne Anteile am HSV erwerben. Die Rede ist von 25 Millionen Euro, die Kühne zahlen würde. Kühne hat das bis heute nicht dementiert.
Es wäre Kühnes zweiter Versuch, beim Hamburger SV mitzumischen. Im Sommer 2010 hatte der damalige HSV-Boss Bernd Hoffmann das Investorenmodell „Anstoß hoch 3“ durchgesetzt, hinter dem Logistik-Unternehmer Kühne (Kühne + Nagel) stand. Kühne zahlte dem HSV daraufhin 7,5 Millionen Euro für die Abtretung eines Drittels der Transferrechte an Dennis Aogo, Paolo Guerrero und Marcell Jansen. Für weitere Transfers stellte Kühne noch einmal 7,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Konzept „Anstoß hoch 3“ ist im Prinzip abgewickelt. Guerrero und Aogo spielen nicht mehr beim HSV, bei Jansen (Vertrag bis 2015) entscheidet sich dies demnächst. Von einer möglichen Ablösesumme würde Kühne ein Drittel zustehen.

Quelle: Artikel Weserkurier am 03.04.2014

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Mittwoch, 23. Juli 2014, 08:25

Werder-Boss kritisiert den Senatsbeschluss

Filbry: „Wir verurteilen das aufs Schärfste“

Herr Filbry, was sagen Sie als Vorsitzender der Geschäftsführung von Werder Bremen zur Entscheidung des Bremer Senats?
Klaus Filbry: Wir verurteilen das Vorgehen des Senats auf Schärfste. Bremen versucht hier, die schiefe Haushaltslage in ein besseres Licht zu rücken. Getrieben von der SPD, geht Bremen einen absoluten Sonderweg. Man bewegt sich in eine juristische Richtung, die erstens ein jahrelanges Klageverfahren nach sich zieht. Und die Verfahrenskosten zahlt am Ende der Verlierer, letztlich der Bremer Steuerzahler. Und zweitens hat dieser Weg wenig Aussicht auf Erfolg.
Was macht Sie da so sicher?
Filbry: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, die Innenministerkonferenz, die Deutsche Fußball Liga, der Deutsche Olympische Sportbund und die Bremer Polizeigewerkschaft – alle haben sich klar gegen diesen Weg ausgesprochen. Das ist eine breite Front. Juristisch betrachtet gehen wir selbstbewusst an die Sache heran. Die öffentliche Sicherheit ist Aufgabe des Staates, nicht des Veranstalters.
Wenn die Bremer Bürgerschaft die Gesetzesvorlage verabschiedet und juristisch erfolgreich ist. Was hätte das für Folgen für Ihren Verein?
Filbry: Wird die DFL zur Kasse gebeten, wird auch Werder zur Kasse gebeten. Dann bekommen wir wohl weniger Fernsehgelder von der DFL. Das würde entweder zu Lasten der sportlichen Qualität gehen. Oder wir müssen die Mindereinnahmen durch höhere Ticketpreise wieder reinholen. Beides wollen wir nicht.
mr

Quelle: Artikel Kreiszeitung vom 23.07.2014

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Donnerstag, 24. Juli 2014, 14:15

Null Unterstützung für den Bremer Senat

Bundesländer lehnen Vorstoß zur Bezahlung von Polizeieinsätzen ab / DOSB-Boss Hörmann droht mit Boykott

Bremen - Die Sorge von Ligapräsident Reinhard Rauball vor einem deutschen „Flickenteppich“ in der brisanten Sicherheitsthematik ist unbegründet: Bremens Politiker stehen mit ihrer Idee einer Kostenbeteiligung der Fußball-Bundesligisten an Polizeieinsätzen bei Risikospielen alleine da.
Am Tag nach dem Aufsehen erregenden Vorstoß von Bremens Innensenator Ulrich Mäurer bekam der SPD-Politiker keine Unterstützung aus den anderen Bundesländern und musste sich auch von Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, rüffeln lassen: „Wir empfinden das Vorgehen Bremens als sportpolitische Geisterfahrt und eine Aktion, die dem großen Ganzen weit mehr schadet als nützt. Wenn Bremen Finanzprobleme hat, ist es verständlich, dass man sich Gedanken macht, wie sie zu beheben sind. Aber es scheint eine Menge bessere Gelegenheiten zu geben, als die, die jetzt gewählt wurden.“

Hörmann sprach von einem „Angriff auf den gesamten Sport“ und kündigte an, der DOSB werde „zu überlegen haben, welche Konsequenzen das für die Zusammenarbeit mit dem Bundesland Bremen hat.“ Dort, „wo wir die Chance haben, Bremen zu meiden“, sagte Hörmann, würde er „ganz konsequent diesen Weg gehen und sagen: Es macht an dieser Stelle eben keinen Sinn.“
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann positionierte sich gestern ebenfalls deutlich. „Für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung liegt die originäre Zuständigkeit beim Staat und damit bei der Polizei“, erklärte der CSU-Politiker in München: „Wenn HSV-Fans am Marienplatz randalieren, kann man nicht den FC Bayern dafür verantwortlich machen.“ Nach Ansicht Hermanns wie praktisch aller seiner Amtskollegen müssen die Veranstalter von Fußballspielen oder anderen Großveranstaltungen für einen geordneten Ablauf und eine ausreichende Anzahl an Ordnern sorgen – mehr aber auch nicht.
Scharfe Kritik am Bremer Vorstoß kam auch von Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Das Ansinnen von Mäurer sei schon im Ansatz nicht nachvollziehbar und rechtlich fragwürdig. Mäurer solle erklären, wie er durch Bezahlung von Polizeieinsätzen durch die Vereine und Verbände einige wenige Chaoten und Gewalttäter von ihrem Handeln abbringen wolle, sagte Caffier. Bremen setze sich im Alleingang über einen einstimmigen Beschluss der Innenministerkonferenz hinweg. Auch aus Nordrhein-Westfalen, Berlin, Schleswig-Holstein, Hessen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt kamen ablehnende Reaktionen.
Die Landesregierungen in Baden-Württemberg und Niedersachsen hatten sich schon am Dienstag entsprechend geäußert. „Die Hauptprobleme für die Sicherheit im öffentlichen Raum sind auf den Anfahrtswegen. Den Vereinen die Störerhaftung zuzuordnen, halte ich für wirklich sehr problematisch“, sagte Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD).
„In den letzten zwei Jahren haben die Bundesländer gemeinsam mit der DFL und dem DFB sehr konstruktive Gespräche in den Bereichen Fan-Förderung und Gewaltprävention geführt. Die jetzige Entscheidung in Bremen beeinträchtigt diese Gespräche. Ich halte sie für wenig zielführend“, sagte Niedersachsens SPD-Innenminister Boris Pistorius.
Ligapräsident Rauball hatte seine Sorge ausgedrückt, der Bremer Beschluss werde eine uneinheitliche Regelung in Deutschland hervorrufen. „Es droht demnach ein Flickenteppich – und das kann niemand wollen“, sagte der Präsident von Borussia Dortmund in einem Interview der Funke-Mediengruppe. Im Moment ist Bremen aber der einzige Mini-Flicken auf dem großen deutschen Fußball-Teppich.
Info: Uneinigkeit unter JuristenJoachim Wieland, Professor für Verfassungsrecht aus Speyer, hält den Bremer Vorstoß für rechtens: „Es wäre erlaubt, die Veranstalter von Fußball-Spielen an den Kosten für die Polizeieinsätze zu beteiligen.“ Denn wer eine Veranstaltung organisiere, die typischerweise mit Gefahren verbunden sei, könne nach dem Polizeirecht zur Kostenbeteiligung herangezogen werden. „Zu einem Spiel kommen viele Menschen, es kommt häufig zu Gewaltszenen. Das ist den Organisatoren bekannt, das nehmen sie billigend in Kauf“, sagt Wieland.
Ganz anders sieht das der Kölner Sportrechtsexperte und Unidozent Jan Orth. Seiner Ansicht nach ist das Bremer Ansinnen unzulässig. Denn nur in bestimmtenFällen müssten die Veranlasser von Polizeieinsätzen, die „Störer“, die Kosten dafür tragen. „Die Fußballvereine und Verbände sind jedoch nicht die Störer. Im Gegenteil, sie organisieren den Spielbetrieb, was von der Gesellschaft erwünscht ist.“
Verwaltungsrechtler Henning Bahr (Osnabrück) glaubt nicht an eine rechtliche Durchsetzbarkeit der Bremer Idee: „Ich halte das Gewaltmonopol des Staates für absolut, egal, was es kostet.“
dpa/sid


Quelle: Artikel Kreiszeitung vom 24.07.2014

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Donnerstag, 21. August 2014, 12:01

Ein Investor? Nicht um jeden Preis

Werder-Boss Filbry: „Entscheidungshoheit muss bei uns bleiben“ / Ideen für faireren Wettbewerb

Bremen - Werder Bremen sucht nach neuen Geldquellen – da könnte der Begriff „Investor“ auch an der Weser zum Modewort werden. Denn ein solches Modell hält im Fußball-Oberhaus zunehmend Einzug.

Der FC Bayern ist mit drei am Club beteiligten Unternehmen wieder einmal Spitze. Hertha hat sich eine solche Finanzspritze fürs Überleben besorgt. Ähnlich sieht es beim Hamburger SV aus, der schon vor der notwendigen Ausgliederung der Profi-Abteilung dem Milliardär Klaus-Michael Kühne Anteile zugesichert hat, damit der sofort den Geldbeutel öffnet. Der VfB Stuttgart macht sich gerade für die Daimler AG hübsch. So viel Panik herrscht bei Werder aber noch nicht.

„Natürlich beschäftigen wir uns mit dem Thema Investor“, sagt Klaus Filbry, Werders Vorsitzender der Geschäftsführung: „Ich glaube aber nicht, dass da in den nächsten ein, zwei Jahren Ergebnisse zu erwarten sind.“ Schließlich hätte sich schon seit 2003 so etwas ereignen können. Damals entstand die SV Werder Bremen GmbH & Co. KGaA, das Unternehmen für den Profifußball. Der Verein hält 100 Prozent an dieser Kommanditgesellschaft auf Aktien, ist aber satzungsmäßig bereit, 20 Prozent an einen Investor abzugeben und diesem dafür einen Sitz im Aufsichtsrat anzubieten. Doch zu einem Abschluss kam es bislang nie. Auch, weil Werder wählerisch ist. Denn zwei von drei Investoren-Modellen kommen für die Bremer nicht in Frage: der Finanzinvestor und der Mäzen.

„Clubs als reine Geschäftsmodelle zu sehen, ist der falsche Weg. Und bei einem Finanzinvestor steht an erster Stelle Gewinnoptimierung“, sagt Filbry. Außerdem würden solche Unternehmen, die einst der damalige Finanzminister Franz Müntefering als „Heuschrecken“ tituliert hatte, die Kontrolle des Clubs anstreben. Hertha hat es trotzdem gewagt, dem Private-Equity-Unternehmen Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. (KKR) fast zehn Prozent seiner Anteile verkauft. Aus der Not heraus. Der hochverschuldete Club soll von den Banken kein Geld mehr bekommen haben (siehe Extra-Text).

„Die Entscheidungshoheit im sportlichen und wirtschaftlichen Bereich muss immer bei uns bleiben“, fordert Filbry. Deshalb sei auch der Einstieg eines Mäzens – wie Kühne beim HSV – in Bremen undenkbar. „Dort wurde signifikanter Einfluss genommen – über öffentliche Druckszenarien und die Installierung des Generalbevollmächtigten als Aufsichtsratsvorsitzender. Das ist nicht der Weg, den wir gehen würden“, stellt der 47-Jährige klar.

Werder strebt die Zusammenarbeit mit einem strategischen Investor an – so, wie es die Bayern mit adidas, Audi und jetzt auch Allianz vorgemacht haben. „Diese Investoren pflegen ein partnerschaftliches Verhältnis, in dem es für beide Seiten positive Ergebnisse geben soll“, sagt Filbry. Das Problem: Mit Ausnahme der Bayern hat das bislang keiner geschafft. Der Rekordmeister profitiert von seiner immensen Popularität. Die drei Bayern-Sponsoren wollen sich offensichtlich vor ungeliebter Konkurrenz beim europäischen Top-Club schützen. Mit Anteilseigner adidas ist es nun zum Beispiel undenkbar, dass der FC Bayern plötzlich mit Nike-Trikots aufläuft.

Das hat sich der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach 77 Millionen Euro kosten lassen – vor bereits mehr als zehn Jahren. So eine Größenordnung ist für Werder undenkbar. Zum Vergleich: Im Zuge des KKR-Deals wurde Hertha BSC mit 220 Millionen Euro bewertet. Werder soll etwas mehr wert sein – vielleicht 250 Millionen Euro. Das würde bei einem Verkauf von zehn Prozent der Anteile 20 Millionen Euro in die Kasse spülen. Klingt viel, ist es aber heutzutage nicht mehr. „Das Geld kann bei zwei, drei Spielern schnell weg sein, wenn sich ein Spieler schwer verletzt oder sportlich nicht funktioniert“, sagt Filbry und erinnert an Bremer Transferflops wie Wesley, Carlos Alberto, Denni Avdic. Werder habe das letztlich nicht verkraften können.

Andere Clubs könnten das, meint Filbry und nennt den VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen, die als Werksclubs von VW und Bayer massiv unterstützt werden. Mit Sondergenehmigung, denn eigentlich fordert die 50+1-Regel immer die absolute Mehrheit des Vereins und nicht eines Unternehmens oder Investors. Doch Wolfsburg und Leverkusen waren schon vor Einführung der Regel Werksclubs, und ihre Besitzer stehen nicht im Verdacht, Anteile zu verkaufen und den Club damit zum Spielball irgendwelcher Scheichs zu machen. Genau das will der deutsche Fußball mit seiner in Europa einmaligen Sonderregel verhindern. Nur aus Sicht von Filbry gelingt es ihm längst nicht mehr – dabei erinnert er an 1899 Hoffenheim mit Mäzen Dietmar Hopp, Hannover 96 mit Martin Kind und Rasenballsport Leipzig mit Dieter Mateschitz und dessen Dosen-Imperium als Strippenzieher. „Das sind Beispiele, die sich nicht mit dem Grundgedanken der 50+1 Regel decken“, betont der Werder-Boss: „Wenn diese Regel sauber gelebt würde, würde das dem Wettbewerb sehr gut tun.“ Gleiches gelte für das Financial Fairplay der Uefa, das den Vereinen nur gestattet, auszugeben, was eingenommen wird. Und damit sind Einnahmen aus dem operativen Geschäft gemeint – nicht übermäßige Zuwendungen von Einzelpersonen oder Unternehmen. „Es werden Werbewerte gegengerechnet, die nicht marktrealistisch sind. Das müsste man mal sauber hinterfragen“, glaubt Filbry und hat ein Beispiel parat: „Der VfL Wolfsburg hat einen sehr hoch dotierten Werbevertrag mit VW.“ Allein seit dem Amtsantritt von Ex-Werder-Manager Klaus Allofs beim VfL vor knapp zwei Jahren haben die Niedersachsen für neue Spieler fast 70 Millionen Euro an Ablösen bezahlt.

Neben Einschränkungen in diesem Bereich wünscht sich Filbry auch eine andere Verteilung der TV-Gelder – und hält den Vorschlag von Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke für diskussionswürdig: „Es muss nicht nur der Tabellenstand zählen, sondern auch, welches Interesse der Club generiert. Die Sky-Tabelle, welches Spiel von wievielen geguckt wurde, ist ein guter Indikator. Auch die Zahl der Auswärtsfans. Wir haben 150 Anmeldungen aus Hoffenheim bei einer Kapazität von 4000 Auswärtsfans. Das ist nicht gut. Das zeigt, dass dort das Interesse nicht so groß ist.“

Eine weitere Möglichkeit für mehr Gerechtigkeit sieht Filbry in einer Gehaltsobergrenze wie im amerikanischen Sport, wo jeder Club das gleiche Budget zur Verfügung hat. Aus den USA würde er auch gern das Draft-System importieren, das den in der abgelaufenen Saison schlechtesten Teams den Erstzugriff auf die besten Talente ermöglicht. Aber das sei durch die Vereinsstrukturen in Deutschland nicht umsetzbar.

Es ist nicht zu überhören: Filbry wünscht sich, dass das Millionen-Geschäft Fußball nicht zum Milliarden-Geschäft wird. Wohl wissend, dass die Einnahmen für Clubs wie Werder endlich sind. „Wir drehen hier ein extrem großes Rad. Ein, zwei Millionen kann es immer mal wieder raufgehen. Aber aufgrund der Stadiongröße und dessen, was wir vermarktet haben, sind keine großen Wachstumssprünge möglich.“

Bleiben also nur zwei Auswege: Investoren, um den immer mehr werdenden „Vitamin-B-Clubs“ (Filbry) Paroli zu bieten – oder eben Beschränkungen, wie sie Filbry favorisiert.


Quelle: Artikel Kreiszeitung vom 21.08.2014